von Erlebnisberichte 1958-1959, 4. Juni 1958. Vincenzo - Einblick in den geistigen Kampf um den Menschen. Sinnvolle Anwendung grosser körperlicher Kraft zum Schutz von Menschen. (englisch below.) [Grussworte des Kontrollgeistes]. Vincenzo: Gott zum Gruss. Man hat mir den Auftrag gegeben hierherzukommen; ich soll euch Erklärungen von mir geben. Ich versuche es, so gut wie möglich. Mein Name ist Vinzenz - Vincenzo. Nur kurz muss ich vom Leben erzählen: Schwere Arbeit, schweres Leben... Aber ich hatte eine grosse Körperkraft, viel Kraft in den Händen, und ich hatte jeweils darum gebetet, dass mir meine Kraft erhalten bleibt. Wenn es notwendig wurde, meine Kraft zum Ausdruck zu bringen, betete ich vorher zum heiligen Antonius, dass er mir diese Kraft gibt. Es war nicht immer schön in meinem Leben, aber ich hatte mir keine besonderen Gedanken dar über gemacht, was nach dem Sterben kommt. Dann, nachdem ich eine lange Zeit hindurch krank gewesen war, rief man mich in das Paradies oder in das Jenseits. Hier sah ich kurz meine Freunde und meine Verwandten. Sie begrüssten mich und zeigten ihre Freude, dass ich auch da wäre, aber sie sind recht bald wieder weggegangen. Nun stand ein Wesen - ich erkannte gleich, dass es ein Engel war - neben mir und sagte: “Vincenzo, wir sind nicht so zufrieden mit deinem Leben. Deine Taten sind gering, und du musst nun in erster Linie vieles gutmachen und vieles erlernen. Du wirst genügend Zeit finden, um nachzudenken und gutzumachen.” Er begleitete mich in ein grosses Haus. Hier hatte es viele Wesen gleich mir, sie sahen gleich aus wie ich. Mit dem Platz, den man mir zugestand, war ich nicht so zufrieden, aber ich dachte: “Ich komm schon zu dem Platz, der mir gefällt - ich bin stark.” Dann suchte ich mir zuerst den Platz aus, an dem ich mich hätte freuen können, und habe die andern aufgefordert, ihn mir zu überlassen. Die waren aber nicht einverstanden damit, ihn mir freizugeben. Da nahm ich eben meine starken Hände und führte sie weg und bin selber an diesen Platz gegangen. Es ging jeweils nicht so ohne Weiteres, dass ich über die andern verfügen konnte. Denn ich war ja nicht immer in dem Hause; ich verliess meinen Platz und begab mich wieder ins Reich der Erde. Ich suchte meine Freunde auf und suchte all das, was mir gefiel - und wenn ich zurückkam, war mein Platz wieder besetzt. Dann versuchte ich es immer wieder aufs Neue und sagte mir: “Ich bin stark, und ich werde meinen Platz behaupten.” Das machte ich lange Zeit hindurch so. Teilweise brachte man mir Widerstand entgegen, und teilweise hat man mich vorgelassen. Dann kam ein Engel zu mir und erklärte mir, ich dürfe das nicht tun, das würde jetzt in dieser Welt nicht mehr gehen; hier würde diese Kraft nicht mehr zählen, und wenn ich es trotzdem täte, würde man mich aus dem Hause verbannen und irgendwohin senden, wo ich keine Möglichkeit hätte, die Kraft an den andern zu beweisen. Ja, dann bin ich längere Zeit fortgeblieben. Ich wanderte auf der Erde und ging in dieses und in jenes Haus hinein und hatte einfach das Verlangen, meine Kraft zum Ausdruck zu bringen. Dann suchte ich ein Gasthaus oder - wie ihr sagt - ein Wirtshaus oder Restaurant auf und wählte mir dort die Freunde aus, bei denen ich gesehen hatte, dass ich meine Kraft verwenden konnte. Sie haben miteinander viel getrunken. Ich stellte mich neben einen und feuerte ihn an. Dies machte ich etwa nicht nur einmal, dies möchte ich erklären, sondern ich machte es vielmals, so ich die Möglichkeit hatte. Ich hatte Gefallen daran, und so tat ich es. Ich suchte mir diese Menschen aus und forderte sie dazu auf, viel zu trinken und für die andern zu bezahlen - und immer hat es Streit gegeben. So ergab sich dann für mich die Möglichkeit, von einem Menschen Besitz zu nehmen und ihm meine Kraft zu übertragen. Dann hatte ich mit meiner Kraft mitgeholfen, die andern von dem Hause wegzujagen oder wegzuführen. So suchte ich überall Möglichkeiten; ich ging in Fabriken - überallhin; ich musste meine Kraft einfach verwenden können, und zwar die Kraft meiner Hände. Dann zog es mich einfach wieder zurück in das Haus in der jenseitigen Welt. Der Platz, der mir so gefallen hatte, war natürlich besetzt. Ich erinnerte mich aber daran, dass ich hier meine Kraft nicht verwenden darf. Ich erkannte ja, dass ich nun ein Geist bin, dass das Leben weitergeht und ich nun mit diesen Brüdern und Schwestern Zusammenleben muss. Nun kam ein Engel - ich nenne ihn so - auf mich zu und rügte mich: Ich sollte mein Tun auf Erden doch unterlassen; damit sei man jetzt nicht mehr zufrieden; ich hätte jetzt meine Kraft genug gezeigt, und ich sollte mich höheren Dingen zuwenden. Dieses Wesen oder dieser Engel, der vor mir stand, gefiel mir. Er schenkte mir zwar keine besondere Aufmerksamkeit. Aber ich überlegte mir dann, was ich denn tun sollte: “Hier kann man keine Geschäfte machen, keinen Handel treiben, nichts. Was soll ich tun?” Ich fragte die andern, was sie täten und welche Interessen sie hätten. Sie haben mir teilweise ausweichende Antworten gegeben, oder der eine sagte, er liebe dieses, der andere jenes. Ich konnte nicht einig werden mit ihnen. Ich wollte dann meine Verwandten suchen und meine Freunde, die ich im Leben gehabt hatte, aber ich fand sie nicht. Als ich mich dann mit dem Platz, den man mir zugewiesen hatte, zufriedengab, ist wieder dieser Engel gekommen. Er forderte mich auf, ihn zu begleiten. Und so habe ich es getan. Er sagte mir: “Du hast gefragt, was du denn tun könntest”, und so habe er sich entschlossen, sich meiner etwas mehr anzunehmen. Wenn ich bereit sei, ihm zu gehorchen, würde er mir die Aufmerksamkeit schenken. Gut, ich konnte es probieren. Dann führte er mich - ich staunte! in eine solche Wirtschaft hinein, und zwar gerade an einen solchen Ort, wo ein ungeheurer Streit und Lärm war. Da dachte ich: “Das ist gut!” Aber der Engel gab mir den Auftrag: “Jetzt sollst du hinter diesem Menschen stehen”, und er hat ihn mir bezeichnet, “und du sollst jetzt versuchen, ihn mit deiner Kraft, die du so rühmst, aus diesem Hause zu befördern, und zwar ohne Streit; du sollst ihn einfach dazu veranlassen. Versuche, mit deiner Kraft diesen Menschen zu heben und ihn zum Verlassen des Hauses zu bewegen.” Gut, das konnte ich tun. Der Engel begleitete mich und beobachtete, was ich machte. Ich probierte es, und es ist mir gelungen - ich habe diesen Menschen aus dem Hause geführt. Was weiter hier geschah, konnte ich nicht beobachten; man sagte mir nur: “Alles Weitere wird von andern besorgt; das bis hier war jetzt deine Aufgabe.” Der Engel ging dann mit mir in das Haus hinein, wo der Betreffende wohnte, und zeigte mir die Familie, die Frau und die Kinder, und er erklärte mir: “Siehst du, so viel hat er getrunken, so viel hat er ausgegeben, und die Familie hat nun dafür weniger zu essen und zum Leben. Was du nun getan hast, ist eine bessere Tat; du konntest ihm von deiner Kraft übertragen und hast ihn bewogen, nach Hause zu gehen.” Er erklärte mir, dass auch er seinen Einfluss geltend gemacht hatte, damit dieser Mensch nach Hause ging. Ich hatte meine geistige Kraft zur Verfügung stellen müssen, und der Engel hatte die seine sowie seine Inspiration dazugegeben, und so ist dieser Mensch nach Hause gekommen. Der Engel erklärte mir dann, dass dies doch schon ein viel schöneres Arbeiten sei, und wenn ich so Freude daran hätte, meine Kraft zum Ausdruck zu bringen, so müsste ich diese Kraft für bessere und höhere Dinge verwenden. Er verabschiedete sich dann wieder von mir und sagte, ich würde nun den Weg gut kennen und solle das jetzt in dem Sinne tun: nicht zum Streit auffordern, sondern zum Frieden. Es ist mir jedoch lange nicht immer gelungen, das in der Weise auszuführen. Dann ist dieser Engel wieder zu mir gekommen und hat ganz energisch mit mir geredet und gesagt: “Vinzenz, wenn du mir nicht gehorchst und du so tust, wie du willst, dann werde ich von dir nichts mehr wissen wollen. Ich werde dich nicht mehr anschauen, ich werde dich nicht mehr kennen, auf meine Hilfe wirst du nicht mehr zählen können.” Da dachte ich: “Ja, vielleicht wäre es geschickt von mir, wenn ich ihm gehorche.” Dann aber dachte ich wieder: “Ja, andere tun ja auch, was ihnen gefällt.” Ich hatte es mir dann gut überlegt, was ich tun sollte. Ich dachte an mein Leben zurück, an meine Verwandten, die ich auf der Erde zurückgelassen, und ich erinnerte mich auch daran, dass man gebetet hatte und man jetzt eben in einer anderen Welt ist, wo andere Gesetze ihre Geltung haben und man sich doch diesen Gesetzen unterziehen muss. Ich dachte mir: “Wenn dieser Engel so ein gutes Aussehen hat, kann auch ich doch wenigstens mein Aussehen verbessern. Versuche es einmal, ihm eine Zeit lang den Gehorsam zu geben, und dann werde ich die Beobachtung an mir selbst machen, was ich damit gewonnen habe.” So habe ich es getreulich getan. Eifrig ging ich aus und versuchte, meine Kraft überall, wo nur möglich, nur für das Bessere zur Verfügung zu stellen. Ich führte nicht nur Menschen nach Hause, sondern ich habe auch Menschen, die in Not waren und Kraft brauchten, meine Kraft übertragen. Als ich dem Engel wieder begegnete, hat er zu meiner grossen Enttäuschung gar keine besondere Notiz von mir genommen. Ich hatte doch erwartet, dass er mich nun für meine Tätigkeit lobt und sagt: “Vinzenz, ich bin zufrieden mit dir.” Nichts, kein Wort hat er gesagt, und ich dachte: “Ja, hab ich vielleicht doch nicht richtig gehandelt? Jetzt geht er an mir vorüber.” Ich habe mich aufgemacht, bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: “So, warum schenkst du mir deine Aufmerksamkeit nicht? Hab ich denn nicht recht getan?” - “Oh doch”, sprach er, “ich bin so weit zufrieden. Aber das ist noch viel zu wenig, was du nun geleistet hast. Du musst noch viel mehr leisten.” Gut, ich wollte es auf mich nehmen und Weiteres leisten, und so bin ich wieder in gleicher Weise ausgegangen. Ich hatte das Gefühl, unter den Menschen meine Kraft viel mehr zum Ausdruck bringen zu können als bei den Geschwistern im Jenseits. Dort hatte man auch Möglichkeiten, mit ihnen zusammen zu sein und sie auf dieses Bessere, Höhere hinzulenken oder ihnen Kraft zu übertragen; aber es hatte mir nicht so zugesagt. Ich fühlte mich immer zu den Menschen hingezogen. Und so habe ich sie dann gesucht, überall, in den Bergen, in den Fabriken; wo ich nur konnte, ging ich hin und gab ihnen meine Kraft. Ich ging auch zu Kranken hin und habe versucht, ihnen etwas von meiner Kraft zu übertragen. Ich freute mich, zu sehen, wie sie diese Kraft nehmen konnten und aufblühten. Daran fand ich mit der Zeit sogar ein Vergnügen. So hatte ich viel zu tun, und ich fand es interessant. Es war nicht mehr so, dass ich, wie anfangs, nicht wusste, was ich tun sollte, sondern ich schaute auf die Reaktionen dieser Menschen. Ich sah nun, wie diese Kraft von mir zum Menschen übertragen und umgewandelt wurde und so zu einem Fortschritt beitrug. Das habe ich für eine lange Zeit so getan. Da kam er wieder, dieser Engel, und dieses Mal kam er ganz freundlich auf mich zu und erklärte mir: “Ja, jetzt bin ich so einigermassen mit dir zufrieden. Ich glaube, ich könnte dich brauchen.” Nun wollte ich wissen - ja, danach fragt man! -, was ich denn für einen Lohn für meine Leistungen bekommen würde. Er erklärte mir, ich würde einen Lohn bekommen, doch dieser sei nicht zu vergleichen mit dem, was Menschen erhalten. Aber ich könne es ja selbst sehen, dass es im geistigen Reiche auch Besitz gebe und viele schöne Dinge und dass es nun einmal das Allernotwendigste sei, wenn ich mein persönliches Aussehen verbessern würde. Gut, ich hatte auch das Verlangen danach, und er sagte mir: “Wenn du jetzt mir gehorchst, dann werd ich dafür sorgen, dass du einen schöneren Rock, also ein besseres Aussehen bekommst.” Daran war mir auch etwas gelegen, ich wollte auch etwas besser aussehen. Dann sagte der Engel zu mir: “Von nun an werde ich dich mehr begleiten. Ich werde auch andere zu dir senden, damit du gemeinsam mit ihnen deine Aufgaben erfüllst.” Er erklärte mir, dass ich meine Aufgabe vorläufig in der ähnlichen Art und Weise ausführen sollte, wie ich es bis anhin getan hatte. Mit dem war ich einverstanden. Man gab mir dann zwei andere Geister zur Seite, und wir haben uns geeinigt, wo wir hingehen wollten. Wir haben die Not der Menschen betrachtet und uns geeinigt, wo es notwendig war zu helfen und auf welche Weise man ihnen am besten beistehen konnte. Diese beiden andern waren schon etwas weiter fortgeschritten als ich; sie hatten schon - ich möchte sagen - mehr oder grösseren Gehorsam geleistet und hatten in dieser Beziehung mehr getan als ich. So haben wir versucht, die Menschen zu begleiten. Wir mussten dann auch diese andern sehen, die an den Menschen herangehen. Wir waren ja nicht die Einzigen, die um die Menschen herum waren; es waren auch jene andern da, die wir stets gut erkannten. Sie hatten so ein höhnisches Gelächter und hinterliessen jeweils einen furchtbaren Geruch. Wir wussten dann gleich, mit wem wir es zu tun hatten, doch ich dachte jeweils: “Mir können sie nichts antun, ich bin stark genug.” So hatten wir die Aufgabe - dies war uns gestattet -, gewisse Schutzringe oder Schutzmauern um Menschen zu ziehen, ja um ganze Häuser und teilweise um Fabriken, um Kirchen, um Spitäler und so weiter. Wir hatten genug zu tun, und wir konnten - besonders ich - unsere Kraft nun wirklich ganz zur Entfaltung bringen. Diesen geistigen Schutz mussten wir bilden, damit die andern, diese Bösen, nicht so die Möglichkeit hatten, an die Menschen heranzugehen oder in Häuser einzudringen und so fort. Es ist aber nicht etwa so, dass ein Geist allein den Schutz eines Menschen übernimmt. Zum Beispiel kann um dieses Haus hier in einem grossen Umkreis ein geistiger Schutz gezogen werden von Geistern, die versuchen, Hindernisse und Böses abzuhalten oder wegzudämmern. Diese Tätigkeit übten wir nun aus, und zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass diese andern hinter uns dasselbe taten: auch sie zogen einen Ring. Wenn ich es nach euren Begriffen erklären muss, so sollt ihr euch nun vorstellen: Wenn ihr bei euch irgendetwas absperren und schützen müsst, dann bedient ihr euch eines Seils, eines Drahts oder irgendetwas in dieser Art. Im Geistigen bildet man diesen Schutz mit Hilfe von geistigen Kräften, die die Geister in sich tragen und zur Verfügung haben; man bedient sich dieser Kräfte gleich Bändern, die man auch spannt, sei es um einen Menschen, sei es um ein Haus oder Spital oder um was es auch sei - man zieht sie einfach darum, um den geistigen Schutz zu geben. Ich sah nun aber: In dem Moment, wo ich mich für das Bessere zur Verfügung stellte, wo ich mich so überwunden habe, nur das Schöne, Gute zu tun, ist meine geistige Kraft noch viel grösser geworden. Und so konnte ich diese Kraft nehmen - ich möchte fast sagen - wie den Atem von mir und das Band um die Menschen und um das Haus herum ziehen. [Unter der Einwirkung von Vincenzo machte das Medium die entsprechenden Bewegungen, als ob aus dem Mund unaufhörlich ein solches Band hervorquellen würde, und zeigte mit den Händen, wie damit der Mensch oder ein Haus umwunden wird.] Das ist geistige Kraft; das muss man also unterscheiden von der körperlichen Kraft. Als wir wieder einmal diesen Schutz gebildet hatten, haben hinter uns diese andern dasselbe getan, um uns zu ärgern - oder ich weiss nicht, was sie gedacht haben. Wir mussten sie fortschicken und ihr Band, das sie gebildet hatten, durchbrechen oder durchschneiden. Anfangs wusste ich nicht, wie das gehen sollte. Meine beiden Gefährten haben mir dann erklärt, wie man das tut. Sie haben mir genau erklärt: “Nicht jedes Band dieser Bösen kann oder darf man durchschneiden. Wenn man es darf, wird ein ganz besonderes Licht darauf leuchten; es ist ein geistiges Zeichen, das uns gegeben wird zum Durchschneiden oder zum Lösen.” Es wurde mir genau erklärt, wie es aussehen muss und wann es sein darf. Wenn das Licht nicht kommt und man es nicht sieht, kann man nichts machen - auch wenn man will. Leuchtet aber das Licht auf diesen anderen Ring, gibt es uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unserer Kraft das andere Band zu lösen. Ich möchte sagen: gleich wie ein Blitz wird das andere Band gelöst. Ich musste oft feststellen, dass es uns manchmal gar nicht gestattet war, den Ring hinter uns zu lösen, und dass es auf unsere persönliche Ausdauer ankam. Wir mussten also beweisen, wie lange wir Ausdauer hatten, diesen geistigen Ring zu ziehen; es kam also ganz auf uns an. Wir wurden dazu aufgemuntert oder aufgefordert, standzuhalten im Drange oder im Verlangen, das Gute zu unterstützen, indem wir taten, was für den Menschen notwendig war, um ihn in ein besseres Licht zu bringen oder ihn in das bessere Leben hineinzubegleiten, ihn vor dem Bösen zu bewahren - wie man es uns ausdrücklich gesagt hatte, dass es unsere Tätigkeit sei. So wurden wir manchmal auf harte Proben gestellt, denn oftmals ist es uns - ich möchte nicht gerade sagen: verleidet, aber wir hätten uns dann lieber anderen Dingen zugewandt. Doch wir mussten standhalten. Später habe ich dann schon eingesehen, dass man uns einfach geprüft hatte, ob wir die Ausdauer und die Kraft dazu hätten. Meinen beiden Gefährten habe ich es zu verdanken, dass ich standhielt; denn sie sagten mir jeweils: “Vinzenz, du hast zu bleiben, wir wollen gemeinsam unsere Aufgabe erfüllen; denn nur wenn wir Gehorsam leisten und das tun, was uns aufgetragen wurde, haben wir die Möglichkeit, ein schöneres, besseres Leben zu empfangen.” Ja, ich war einverstanden. Ich möchte kurz noch etwas von unserer Tätigkeit erzählen. So waren wir einmal zu einem Menschen gegangen und haben um ihn diesen geistigen Ring gezogen. Wir erweiterten diesen Ring, indem wir noch seine Freunde oder die Leute, die mit ihm arbeiteten und mit ihm zusammen waren, in den Ring einbezogen. Dann kamen die anderen und haben ganz dicht hinter uns auch einen Ring gezogen, immer mit der Absicht, den unsrigen zu durchstossen. Das hätten sie tun können; sie würden es fertigbringen, wenn die Geister, die den schützenden Ring ziehen, keine Ausdauer haben und Weggehen - dann kommen jene andern und können ihren Einfluss auf den Menschen ausüben. Und um das geht es ihnen: Da, wo Geister sind und das Gute für den Menschen wollen, kommen die andern gleich hinterher und versuchen, unsere Bahn zu durchbrechen. So war ein Mensch in grossen Schwierigkeiten und in Not, und er wusste nicht, ob er sich in einer Sache für oder gegen die Ehrlichkeit entscheiden sollte. Wir mussten jetzt unseren Einfluss auf ihn geltend machen und auf ihn eindringen, dass er nichts tun dürfe, was nicht gerecht wäre. Mit seiner Unentschlossenheit hatte dieser Mensch diese dunklen Gestalten zu sich gezogen, und so konnten sie ganz dicht hinter uns sein. So versuchten sie immer, in unsere Wellen hineinzugreifen, und wir haben mit unserer Welle nach hinten gestossen. So hatten wir einen Kampf, wir Geister unter uns. Mit unseren eigenen Kräften, mit unserem eigenen geistigen Band kämpften wir, und wir hatten lange dieses Licht nicht gesehen. Wir mussten also ausharren und hatten nur unsere eigenen Kräfte zur Verfügung, mit denen wir es mit den andern aufnehmen konnten; nur auf diese Weise konnten wir einander begegnen. Wir hatten also von weiter oben keine Unterstützung, lange Zeit nicht. Mit unserem guten Denken mussten wir immer auf diesen Menschen eindringen, dass er ja nicht falle, dass er ja seine Aufgabe erfülle. So haben wir in diesem Fall - ich erinnere mich gut - lange, lange gekämpft; lange haben wir gekämpft um diesen Menschen. Und plötzlich ist dieses schimmernde rosarote, blaue Licht gekommen, und wir konnten mühelos dieses Band durchbrechen, und dann mussten die andern gehen. Dann war aber auch die Prüfung für diesen Menschen vorüber. Ja, das war lange, lange Zeit meine Tätigkeit, und ich hatte sehr Gefallen daran. Dann kam der Engel, der mir so gefallen hatte, wieder und erklärte mir, ja, jetzt hätte ich mir einen schöneren Rock verdient - und ich habe dann auch ein besseres Aussehen bekommen. Er fragte mich dann, ob ich einverstanden wäre, jetzt immer unter seiner Führung oder unter der Führung jener Geister zu stehen, die in seinen Plan und in sein Haus [Haus Linus] gehörten, und zu gehorchen. Ja, ich war einverstanden, denn dieser Beschäftigung war ich sehr zugetan. Dann habe ich dies lange, lange so getan: Wir sind zu dritt oder mit zwanzig, dreissig und noch mehr gegangen. Wir hatten allerlei Dinge zu behüten und zu beschützen und unsere Kräfte zu übertragen. Da kam dieser Engel wieder einmal ganz in meine Nähe und erklärte mir, dass die Geister, die Gehorsam leisteten und in eine geistige Ordnung hineingekommen seien, die Möglichkeit hätten, weitere Belehrungen zu empfangen. Sie sollten Schulen besuchen und unterrichtet werden, einzeln und gruppenweise, je nachdem man die Notwendigkeit erkenne, den Einzelnen Belehrungen zu geben. Ich hätte nun den Beweis erbracht, dass ich gehorchen könne und hätte nun lange Zeit hindurch gut gewirkt. Er erzählte mir von seinem Hause, wo es sei, wie es aussehe, wie viele Geister ihm angehörten und wie ihre Beschäftigung sei und dass auch ich nun, wenn ich gehorsam wäre, mich in dieses Haus eingliedern könne. Das würde nicht heissen, dass ich dort wohnen dürfe, sondern ich wäre noch weit entfernt von diesem Hause; aber es würde immer ein Band von mir in dieses Haus hineingehen, und er werde mich jeweils zur Arbeit auffordern und mir Erklärungen bringen. Ich hatte wirklich Freude an dem allem, was man mir erklärte, und ich fing an, mich immer mehr dafür zu interessieren. Ich hatte vieles von meiner Rauheit abgelegt; es hat mir nicht mehr zugesagt. Ich hatte dann wirkliche Freude daran, meine Kräfte, die mir - wie ich doch jetzt erkannte - Gott gegeben hatte, auch wieder für Gott zur Verfügung zu stellen. So wurden wir auch über Gott belehrt, das heisst, wir hatten uns gesammelt, um in Ehrfurcht Gott zu loben und zu preisen. Wir haben zusammen jeweils diese Tempel besucht, haben zur Ehre Gottes gesungen und so Wunderbares erleben können. Heute kann ich nur jeden Geist bedauern, der sich nicht aufmacht, um nach diesen höheren Stufen zu greifen. So bin ich froh und glücklich darüber, dass ich in der Weise geführt werden konnte. So hat man mich für diese Stunde gebeten, eine Erklärung zu geben. Ich habe es versucht zu tun und habe euch einen kleinen Ausschnitt aus meiner Tätigkeit gegeben, oder - ich möchte sagen - ich habe das Wichtigste zusammengefasst und euch erklärt, wie ich aufgestiegen bin, wie ich eingegliedert wurde in diese grosse, grosse Familie, in dieses Haus, das ich noch nie gesehen, aber von dessen Schönheiten ich so viel gehört habe und in das ich bestimmt auch einmal kommen darf. Jetzt werde ich meinen Weg dann und wann auch zu euch nehmen. Wenn es möglich ist, dass ich euch dienlich sein kann, werde ich es, wenn es mir erlaubt ist, tun. Nun sagt man mir, dass ich mich wieder verabschieden müsse, dass ich genug mit euch gesprochen hätte. So ziehe ich mich wieder mit meinen andern Geistern, die mich hierher begleitet haben zu dieser besonderen Stunde, zurück, wieder zu meinen Aufgaben. Und ich wünsche für euch alle Gottes Segen und Frieden. Gott zum Gruss. Josef: Gott zum Gruss. Ich bin Josef. Meine lieben Freunde, ich bin bereit, eure Fragen zu beantworten so gut wie möglich. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt in Bezug auf den Geist, der vor mir gesprochen hat, sollt ihr sie an mich richten. Lieber Josef, warum hatte sich dieser Geist dazu hergegeben, die Menschen im Wirtshaus zum Trinken und Streiten anzufeuern? War es Bosheit? Josef: Ja Bosheit möchte ich nicht sagen; das sind Leidenschaften. Die Leidenschaften, die in einem Menschen gewesen sind, nimmt der Geist doch mit sich, und in ihnen lebt er noch lange Zeit weiter. Nun geht es darum, diese Leidenschaften wegzubringen, und das geht nicht so schnell; das muss langsam überwunden werden. Vincenzo schilderte, dass um diese Menschen oder Häuser doppelte Bänder geschlungen wurden. Welches Band ist nun wirksam? Das nächstliegende? Josef: Es ist genau so, wie er es erklärt hat: Es findet ein Kampf statt zwischen Gut und Böse. Wenn die guten Geister Widerstand leisten, wenn sie Ausdauer haben, dann ziehen sich die andern zurück, und dann hat das Gute die Möglichkeit einzuwirken. Es ist eben sehr, sehr oft so: Bevor der Mensch zu einem Entschluss kommt, herrscht um ihn ein geistiger Kampf. Die gute Gesinnung des Menschen verhilft natürlich dem Guten zum Sieg. Wenn der Mensch dazu neigt, das Bessere und Edlere zu tun, wird immer das Gute die Obermacht gewinnen. Es kommt auch immer darauf an, ob die Geister einen höheren Auftrag haben. Es gibt welche, die sich von sich aus zusammentun und einen Ring bilden - ohne höheren Auftrag. Wenn Geister aber in höherem Auftrag gesandt werden, haben sie ihre Unterstützung. Doch es ist so, wie es dieser Geist erklärte: Sie müssen auf diesen besonderen Schein, auf dieses Licht achten; es ist - ich möchte sagen - das Erkennungszeichen zur Auflösung. Wer entsendet im einzelnen Fall diesen Schein? Ist das der Führer des betreffenden Menschen? Josef: Es ist die höhere Geisteswelt, die diesen Schein sendet; es sind jene, die ihr Auge über all diese Dinge halten. Wie ihr wisst, gibt es überall Geister, die alles beobachten. Sie erhalten dann von höherer Seite die Kraft, die sie weitergeben. Denn diese Geister könnten nicht von sich aus diese Kraft auslösen; sie muss von weiter oben kommen. Ihr müsst euch bewusst sein, dass die höchsten Geister über eine ungeheure Kraft verfügen. Christus selbst stehen alle Kräfte zur Verfügung, um zu wirken. Er kann auch einen Blinden sehend machen; er hat diese Kraft, die andere Geister eben nicht haben. Die hohe Geisteswelt gibt diese Kräfte an ihre Geschwister weiter; sie muss sie senden oder damit einverstanden sein, dass diese Kraft gegeben werden darf. Je höher der Schutzgeist eines Menschen ist, desto grösser seine Kraft. Er kann so viel Unreines in der Umgebung des Menschen vernichten, dass viele Hindernisse gleich anfangs schon weggeräumt sind. Wie hat sich denn der eigentliche Schutzgeist dieser Menschen verhalten? Hat der sich etwas abseits gestellt? Josef: Nein, dieser Schutzgeist ist immer im Kontakt mit den anderen Geistern. Er kann ja schon längst darum gebeten haben, dass seinem Schützling vermehrte Hilfe gebracht würde. Er von sich aus kennt die Grenzen genau, wie weit er seinen Einfluss geltend machen darf. Und wenn wieder von höherer Warte aus der Bescheid kommt, dass es in der Weise zu vollbringen ist, dann wird es eben geleistet. Der Schutzgeist tritt - ich möchte sagen - zur Seite und muss die Anordnungen, die von weiter oben kommen, annehmen. Aber es ist doch so, dass der Schutzgeist des Menschen eben immer in Kontakt ist mit diesen Geistern, die um einen Menschen sind, und darum bittet, dass man dieses und jenes zur Erfüllung bringe. Es ist also nicht ganz so, dass er etwa unwissend wäre oder plötzlich vor Tatsachen gestellt würde, sondern der Schutzgeist ist ja zum grössten Teil auch derjenige, der diese Verbindungen anknüpft. Danke. Und der Mensch selbst, der wird auch von diesem Kampf zwischen den guten und den bösen Geistern hin und her gerissen? Josef: Ja, darum gibt es ja oft auch diese Wankelmütigkeit der Menschen. Lieber Josef, Vincenzo hat erzählt, er habe jeweils den heiligen Antonius angerufen. Was geschieht in einem solchen Moment bei den vielen Menschen, die das auch tun? Josef: Ja, dazu möchte ich noch erwähnen, dass dieser Geist, der zu euch gesprochen hat, noch etwas vergessen hat zu erzählen. Als er in der geistigen Welt war, suchte er nämlich diesen Antonius, fand ihn aber nicht. Er musste darüber nachsinnen und sich fragen: “Warum haben wir denn zu diesem heiligen Antonius gebetet, und wo ist er denn?” Er musste zu höherer Erkenntnis kommen. Hier kann einem ein höherer Geist bestimmt die Antwort geben und einem sagen: “Ja mein Lieber, dieser heilige Antonius ist für dich noch weit entfernt, wenn du den richtigen und heiligen Antonius meinst.” Ja aber in dem Moment, in dem Vincenzo zu ihm gebetet hatte, da hat er doch empfunden, dass seine Kraft gestärkt wird? Josef: Ja, natürlich. Aber wie wurde diese Kraft ausgelöst? Josef: Es ist so - sagen wir nun: Wenn ein Mensch in irgendeiner Bedrängnis ist und sich sagt und davon überzeugt ist: “Ich bete jetzt zum heiligen Antonius, dann wird mir ganz bestimmt geholfen”, so hilft ihm dieser Glaube. Ich möchte sagen: Die Persönlichkeit dieses Antonius spielt nun gar keine Rolle, sie ist auch gar nicht da. Aber durch den festen Glauben an ihn wird vom Betenden selbst die Kraft gesteigert. Er nimmt also in gewissem Sinne jetzt von seiner persönlichen Kraft; er steigert in sich die Kraft und nimmt diese von sich selbst. Das ist etwas, was die Menschen auch nicht immer verstehen können. Man muss auseinanderhalten, wann und wo ein geistiger Einfluss besteht, wo geistige Kraft auf einen Menschen übertragen wird und wo der Mensch von sich aus die Kraft ankurbelt und selbst ihr Erzeuger ist. Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen, eine Mutter, die krank ist und sterben möchte, die keine Freude mehr am Leben hat und von sich aus gar nichts tut, um zu gesunden - und nun kommt plötzlich die Nachricht, dass ihr Sohn, den sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen hatte, nach Hause kommt. Jetzt hat sie plötzlich in sich eine Kraft; sie will ihren Sohn sehen, sie will leben, sie will nicht mehr sterben. Jetzt kurbelt sie die noch vorhandene Kraft in sich an, und sie kann möglicherweise sogar gesund werden, je nach der vorhandenen Kraft. Ist diese Kraft natürlich vorher allzu sehr vergangen, dann wird es auch schwer sein, sie wieder in dem Masse anzukurbeln. Aber - ich möchte sagen - die überaus grosse Freude vermag in ihr diese Kraft anzukurbeln, um wieder zu leben. So ist es auch vielfach bei Menschen, die schwer krank sind und in der festen Überzeugung zu einem bestimmten Menschen gehen: “Dieser Mensch kann mir helfen. Er ist ein Heiler, nur er kann mir helfen.” Er hilft - auch wenn er nicht einen Funken Kraft ausströmt auf diesen Menschen. Der Kranke selbst hat seine eigene Kraft angekurbelt und davon gezogen. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass es nicht Menschen gibt, die anderen eine heilende Kraft übertragen könnten. Wenn ich etwas sage, sollt ihr nicht annehmen, dass in allen Dingen nur dieses massgebend sei, sondern es gibt so viele Dinge, und jedes muss von seinem Punkte aus wieder beurteilt werden. Dann wird durch eine solche Anrufung des heiligen Antonius nicht einmal ein Band zu ihm geknüpft? Josef: Nein. Erlebnisbericht des aufsteigenden Geistwesens Vincenzo und Fragebeantwortung von Geistlehrer Josef durch Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich. Vorlage: Tonbandaufzeichnung -----------