von Erlebnisberichte 1958-1959, via swiss medium beatrice Brunner. Das bedeutendste Medium im 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Beatrice Brunner wirkte während 35 Jahren – von 1948 bis zu ihrem Heimgang im Jahre 1983 – als Mittlerin zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Durch sie wurde in über 2000 Vorträgen ein umfangreiches Wissen aus der Gotteswelt vermittelt, eine umfassende Darlegung der christlichen Geisteslehre. diese Aufnahme,1. Oktober 1958. Pio - Unterschiede zwischen irdischem und geistigem Ansehen. Wiedersehen mit dem Pfarrer und dem Doktor aus dem Dorfe. [Grussworte des Kontrollgeistes]. Pio: Gott zum Gruss. Ich wurde aufgefordert, zu euch zu sprechen. Vielleicht kann ich es nicht so gut. Na, ich versuche es. Man gibt mir Kraft und sagt mir auch manchmal das richtige Wort. Ich hatte ein hartes Leben gehabt und musste für viele sorgen. Aber ich hielt es für selbstverständlich, dass es für mich so hart war. Ich sah nämlich, dass auch meine Eltern ein solch hartes Leben gehabt hatten, und vielen Nachbarn und Bekannten erging es ebenso. Ich fand es ganz in Ordnung. Ich hatte meine Pflicht getan; ich hatte versucht, viel zu arbeiten, um etwas zu verdienen, damit meine Familie genug zu essen hatte. Nun, ich bin dann ins geistige Reich gekommen, und ich war überrascht. Man tat mir so viel Ehre an, und ich wollte diese grosse Ehre nicht annehmen. Ich glaubte, ich hätte es nicht verdient, denn ich fand es für selbstverständlich, so viel für seine Familie zu tun. Nun aber gab man mir schöne Kleider und sagte mir: “Du hattest ein hartes Leben, und jetzt wirst du es leichter haben; du hast es jetzt schön, du bist jetzt im Himmelreich, und es geht dir gut.” Ich ging dann mit schönen Engelwesen und besuchte einige Schulen. Man führte mich in schöne Gebäude und klärte mich über vieles auf. Natürlich hatte ich Freude an all dem. Man zeigte mir dann auch mein schönes Haus, das ich bald in Besitz nehmen durfte, und ich freute mich an ihm und an der ganzen Umgebung. Dann aber sagte man mir: “Du musst jetzt deine Freunde und Bekannten abholen, die mit dir zusammen gelebt haben. Zuerst musst du den Pfarrer deiner Gemeinde abholen.” Noch während der Pfarrer lebte, erklärte man mir alles über sein Leben. Natürlich wusste ich schon vieles davon, denn ich hatte ja nicht weit von ihm entfernt gewohnt; aber alles wusste ich nicht. Man begleitete mich zu ihm hin und blätterte wie in einem Buch. Man erklärte mir genau alles von seinem Leben und deutete mir dann an, was ich besonders hervorzuheben hätte. Ich musste mir dieses genau betrachten, und ich musste genau wissen, wie ich ihm begegnen durfte und wohin ich ihn führen musste. Diese höheren Wesen würden in meiner Nähe stehen, aber der Pfarrer würde sie nicht sehen können. Man sagte mir, es würde genügen, wenn ich ihn abhole und an seinen Ort in der geistigen Welt hinbegleite. Gut, ich ging zu ihm hin. Schon viele Wochen, bevor er so schwer krank war, war ich sehr nahe bei ihm und habe alles beobachtet. Ich war dann auch an seinem Sterbebett und war bereit, ihn entgegenzunehmen, um ihn in die geistige Welt zu führen. Hinter mir standen seine Eltern, seine Geschwister. Aber sie durften nicht reden, sie konnten ihm nur zuwinken, zulächeln; aber reden durften sie nicht, reden sollte ich. Das tat ich in folgender Weise: Ich begrüsste ihn und erklärte ihm: “So, jetzt kommst du ins Jenseits.” Er war erstaunt, dass ausgerechnet ich, Pio, ihn begrüsste. Er wollte meine Begleitung nicht annehmen und mir nicht zuhören. Ich wusste genau, er erwartete eine bessere, höhere Gesellschaft. Ich habe mich dann auch etwas entschuldigt bei ihm und gesagt, es würde mir leidtun, dass nicht andere, Höhere, ihn nun begleiten und Anweisungen geben würden, aber es sei eben jetzt meine Aufgabe, und ich sei eben nicht mehr dieser arme Pio, von dem er jeweils geredet hätte. Er war etwas widerwillig, und es widerstrebte ihm, meine Begleitung anzunehmen. Ich sagte, dass es ihm nichts helfe, ich würde ihn jetzt führen. Dann, als er immer noch nicht so mit mir einverstanden war - denn er hatte immer noch eine gewisse Abneigung gegen mich, und ich fühlte genau, er hatte erwartet, dass man ihm besondere Ehre antue -, sagte ich ihm: “Ja weisst du, du hast vieles falsch gemacht in deinem Leben. Du hast Gelder bekommen, und du hättest sie den Armen geben sollen; diese Gelder sind dir ausdrücklich mit dem Wunsch abgegeben worden, dass du sie für die Armen verwendest. Was hast du gemacht mit diesem Geld? Du hast für dich Wein gekauft. Wenn du von diesem Wein noch den Armen gegeben hättest, hätten wir das entschuldigt. Dem armen Pietro, der ganz nahe bei dir wohnte und so schwer krank war, dem hast du nichts gegeben. Dem Vincenzo, der auch nicht weit von dir weg war, dem hast du auch nichts gegeben.” Und ich sagte ihm weiter: “Du hattest einen Garten mit viel Gemüse und viel Obst. Die Engel des Himmels und der Heiland, den du stets so gepriesen, hätten erwartet, dass du von dem Überfluss den Armen gegeben hättest.” Er hat es nicht getan; er hat es verkauft. Das musste ich ihm sagen, und er staunte, dass ich darüber Bescheid wusste, dass ich all diese Dinge kannte. Ich wusste noch viele andere Dinge mehr, und ich sagte ihm, dass noch vieles sei, wo er sich verschuldet hätte. Dann wollte er wissen, warum ich denn das Recht hätte, dies ihm zu sagen; er würde es doch begrüssen oder verlangen, dass die Engel des Himmels mit ihm reden würden. Ich antwortete ihm: “Ich gehöre auch zu den Engeln des Himmels, und es ist meine Aufgabe, dir das zu sagen.” So forderte ich ihn auf mitzukommen, und ich führte ihn in ein geistiges Dorf hinein. Er durfte kein eigenes Haus bewohnen; er sollte mit vielen andern Zusammenleben. Ich führte ihn dahin, und er bewunderte mich, ich würde so gut aussehen, dabei sei ich doch der arme Pio gewesen; er könne es nicht glauben, dass ich so schön wäre, denn ich wäre ja so wenig zur Kirche gegangen, und er habe doch so viel gebetet und vom Heiland erzählt. Dann sagte ich ihm: “Ja weisst du, du hast viel gebetet und viel vom Heiland erzählt; du hast den andern gesagt, wie man leben muss, aber du selbst hast nicht danach gelebt. Du hast vom Heiland geredet, aber du selbst hast nicht nach seinen Gesetzen gelebt. Du kannst nicht erwarten, dass er dich belohnt, sondern du musst alles gutmachen.” Er war entrüstet. Und ich sagte ihm, dass es ihm nichts helfe, dass er eben zur Einsicht kommen müsse, dass, wer auf Erden ein Ansehen gehabt, es dann in der anderen Welt oftmals nicht mehr habe und dass die, denen man keine Aufmerksamkeit geschenkt habe, dann in der geistigen Welt eben mit bestimmter Aufmerksamkeit beschenkt würden. So begleitete ich ihn da in dieser Gemeinde, wo er zu leben hatte. Er fand auch Bekannte, für die er ja gebetet hatte und zu denen er gegangen war, wenn sie krank waren. Diese waren etwas überrascht, dass der Pfarrer auch da war, dass er nicht in einer schöneren Welt wohnen durfte. Aber darüber möchte ich jetzt nicht reden. Er hatte zu bleiben, wo ich ihn hinführte. Man hatte es mir ja genau gesagt, wo ich ihn hinzuführen hätte. Dann kamen die Engel wieder zu mir und sagten: “Pio, jetzt wird es Zeit, jetzt musst du den ‘Doktor’ holen”, wie wir ihm sagten. “Du musst ihn jetzt führen.” Ich musste auch sein Lebensbuch genau betrachten. Ich kannte ihn ja auch; ich wusste, wie er gelebt hatte, aber ich wusste nicht alles. So hat man mir dann genau erklärt, was ich ihm zu sagen hätte. Es war dann auch so weit gekommen, dass ich ihm gegenüberstehen durfte. Ich begrüsste ihn, umarmte ihn und sagte: “Ich freue mich, Doktor, dass du hier bist. Du musst entschuldigen, ich war ja der arme Pio, aber jetzt bin ich nicht mehr arm; du siehst, ich bin ganz reich, so reich wie du, und ich habe die Aufgabe, dich in dein Haus zu führen.” Dann sagte ich ihm etwas aus seinem Leben: “Ja, weisst du, du hast mir, als ich krank war, manche Medizin umsonst gegeben. Und, weisst, du bekommst den Lohn dafür, dass du zu jener Frau gingst - zu Maria, die so viele Kinder hatte und deren Mann so früh weggestorben war - und ihr und ihren Kindern geholfen und auch Medizin gebracht hast, ohne Geld von ihnen zu nehmen. Ich weiss auch, dass du deine Frau zu den armen Leuten gesandt hast; sie musste dort Wache halten, und sie musste ihnen Essen und Kleider bringen.” - “Ach”, sagte er, “darüber spricht man nicht, Pio, du musst nicht darüber reden, das ist ja selbstverständlich, dass ich das gemacht habe.” Dann habe ich ihm ausdrücklich gesagt: “Nein, das ist nicht ganz selbstverständlich. Weisst du, es ist nicht lange her, da habe ich auch den Pfarrer begleitet, und ich habe ihm sagen müssen, dass er mit dem Geld, das er für die Armen bekommen hat, für sich Wein gekauft hat und dass er von seinem Obst, statt es den Armen zu schenken, verkauft hat. Und bei dir darf ich nun sagen, dass du so viel getan und kein Geld angenommen hast und dass es dir gutgeschrieben ist, was alles du und deine Frau getan haben.” Nun, er sah recht ordentlich und schön aus, dieser Doktor. Er hatte ein schönes Gewand an; es war anders als sein Gewand, das er als Mensch getragen hatte; es hatte andere Linien und andere Farben. Ich fand es sehr schön, und wir haben uns so gegenseitig betrachtet und verglichen und gefunden, dass wir beide ein gutes Aussehen haben. Dann sagte dieser Doktor zu mir: “Wie kommst denn du dazu, eine solche Stellung einzunehmen? Ja, ich kann das schon begreifen, du musstest ja viel arbeiten für deine Familie, du konntest dir gar nichts leisten; du hast ja wirklich tapfer gesorgt, und das wird jetzt deine Belohnung sein. Aber, sag einmal, wie nennt man dich denn, bist du hier immer noch der Pio?” Ich antwortete ihm: “Nein, man sagt mir nicht Pio.” Er sagte mir ganz leise ins Ohr: “Bist du auch ein Engel?” Ich erklärte: “Ja, man sagt mir, dass ich zu ihnen gehöre, zu diesen andern. Aber weisst, du und ich, wir werden noch vieles zu lernen und zu überwinden haben, und wir haben noch harte Arbeit zu leisten. Aber wir stehen wenigstens in einem guten Ansehen, im Gegensatz zu denen, die ich geholt habe und die ich noch holen muss, die bei den Menschen ein gewisses Ansehen hatten; doch dieses gilt hier nicht. Wüssten es doch die Menschen, dass in der jenseitigen Welt andere Verhältnisse sind.” Und ich sagte ihm: “Komm, ich begleite dich jetzt. Weisst du, wir wohnen ja zusammen in einem Hause.” Wir hatten zusammen ein schönes Haus, und wir freuten uns, Zusammenleben zu dürfen und den gemeinsamen Aufgaben gegen überstehen zu können. Ich hatte das Gefühl von einer grossen Freiheit, war ich doch früher diesem Doktor gegenüber voller Hemmungen; ich hatte doch geglaubt und gesagt: “Du bist so ein gescheiter Mensch, und ich bin der arme Pio.” Ich hatte mich ja kaum getraut zu reden, und jetzt habe ich den Eindruck, ich wisse genauso viel wie dieser Doktor, und wir kamen uns wie Freunde und Brüder vor. Dann zogen wir gemeinsam in das Haus. Als wir hineinkamen, erwartete uns eine kleine Schar von unseren geistigen Brüdern, von jenen Engeln. Sie erklärten uns, dass sie Freude gehabt hätten an unserem Leben und dass sie es sich zunutze machen möchten. Wohl hätten wir noch einiges gutzumachen; wir würden jetzt dementsprechend weiter belehrt und in die Schulen und zu den Aufgaben geführt, damit wir in der Ordnung Gottes dienen könnten. So hatten wir zusammen eine grosse Freude. Wir verabredeten auch miteinander, dass wir zukünftig miteinander diejenigen, die mit uns zusammen gelebt hatten, holen würden. Die andern Brüder waren ganz damit einverstanden. Die aus unserem Dorfe sollten sehen, dass der arme Pio nun genauso schön und gut aussah wie der angesehene und gute Dottore. Nun, ich habe einen kleinen Teil von meinen Erlebnissen erzählt. Weiteres wird euch unser geistiger Bruder Josef erklären, wenn euch Dinge nicht klar sind. Ich habe Freude an meiner Aufgabe und versuche, sie mit ganzer Kraft zu erfüllen, zum Segen für alle. Ich verabschiede mich und sage euch allen: Gottes Segen über euch. Gott zum Gruss. Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, ich versuche eure Fragen, die bereitliegen, so gut wie nur möglich zu beantworten. Lieber Josef, warum wurde der gute Doktor nur von Pio abgeholt? Ich habe gedacht, mindestens seine Eltern oder Verwandten oder gute Freunde oder Engel würden auch kommen. Josef: Ja, diese haben sich nachher auch gleich eingeschaltet. Lieber Josef, Pio hat sich gegenüber dem Pfarrer als ein Engel Gottes bezeichnet. Hatte er darin recht? Josef: Ja es ist vielleicht nicht so ganz richtig ausgedrückt nach eurer Auffassung; ihr habt da eure besondere Vorstellung. Dabei meinte dieser Geist einfach, dass er zu den gehobenen Wesen gehört. Denn alle Wesen, die im Aufstieg begriffen sind und sich bemühen, den Heils- und Ordnungsplan Gottes zu befolgen, sind heilige Geister. Sie werden als heilige Geister bezeichnet - und es hat vielleicht nach eurem Sinne nicht diese Bedeutung. Ich möchte vielleicht so sagen: Es wurde ihm veranschaulicht, dass er gehoben wurde in seiner Stellung und er nun von den Engeln Gottes als Bruder aufgenommen wurde und dementsprechend seine Behandlung hatte. Erlebnisbericht des aufsteigenden Geistwesens Pio und Fragebeantwortung von Geistlehrer Josef durch Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich Vorlage: Tonbandaufzeichnung. -------------